Foto: ESA/A. Gerst (gemeinfrei)


Mein Anliegen


Inferno Anthropozän

Die Gesundheit unseres Planeten ist für das Überleben der Menschheit elementar. Ohne die Erde wären wir nichts. Ohne sie könnten wir nicht überleben. Die Flucht auf einen anderen Planeten erscheint schwer vorstellbar, sie ist keine Option, eher für die meisten von uns wohl eine Horrorvorstellung. Nein, die Erde ist schon o.k., wir wollen hier eigentlich nicht weg, wollen lieber hier bleiben auf unserem geliebten Heimatplaneten, auf unserer geliebten Erde, oder etwa nicht?

 

Nun, leider sind wir gerade dabei, diesen unseren Heimatplaneten ziemlich gründlich zu zerstören: Wir haben den Klimawandel - die wohl größte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit - heraufbeschworen, vernichten die Wälder dieser Welt, so dass bald kaum noch welche von ihnen übrig sein werden, wir laugen die Böden bis zur Erschöpfung aus, versalzen sie und besprühen sie mit Giftstoffen, wir überschwemmen die Ozeane mit Plastik und anderem Müll, während wir sie gleichzeitig leer fischen, wir bauen die Oberfläche des Planeten mit unseren Städten, Industrieanlagen und Infrastrukturnetzen, Kraken gleich, immer weiter zu, wir Sprengen Bergkuppen weg, Bohren in Tausenden von Metern Tiefe Erdöl-vorkommen am Meeresgrund an, produzieren radioaktive Abfälle, die noch in Jahrtausenden vorhanden sein werden, wir bringen Flüsse zum Austrocknen, Gletscher zum Schmelzen, töten Tiere und Pflanzen und vernichten ihren Lebensraum, sodass wir ein Massensterben eingeleitet haben, wie es die Welt in ihrer 4,6 Milliarden Jahre währenden Geschichte nur sehr selten gesehen hat.

Sinnsuche

Die Frage ist nur: Wozu das alles? Damit so viele Menschen auf der Erde leben können, wie niemals zuvor? Damit wir uns weiterhin gegenseitig mit Kriegen überziehen können? Damit immer noch eine Milliarde von uns in Hunger und Elend lebt? Damit nur wenige Reiche immer reicher werden? Damit die Ungleichheit zwischen Nord und Süd, arm und reich immer größer wird? Ist das wirklich das Ziel?

 

Oder vielmehr, dass alle von uns ein gesundes, erfülltes und glückliches Leben fernab von wirtschaftlicher Not und kriegerischer Gefahr führen können? Dass wir uns an unseren Familien, unseren Freunden, der Schönheit der Natur und anderen Dingen, die uns Freude bereiten, sei es die Kunst, die Musik, die Literatur, der Sport oder vieles andere, erfreuen können? Dass wir das tun können, was uns selbst erfüllt, worin wir uns beweisen können, was wir gerne tun, womit wir anderen eine Freude bereiten, womit wir etwas Positives bewirken können? Ist nicht vielmehr das das große Ziel?

Agenda

Ich glaube, die allermeisten von uns werden diese Frage mit Ja beantworten - was auch sonst? Wir alle möchten ein erfülltes, gesundes und friedliches Leben, fernab von jeder Not und Gefahr, es sei denn, wir suchen sie bewusst.

 

Doch ein erfülltes, gesundes und friedvolles Leben kann aus meiner Sicht nicht funktionieren GEGEN die Natur, nicht GEGEN diesen Planeten, sondern nur MIT ihm, nur GEMEINSAM, nur im Einklang, in einer sich gegenseitig (und nicht nur einseitig!) bereichernden Coexistenz.

 

Nein, das soll natürlich keineswegs heißen, dass wir alle wieder zurück in die Steinzeit, wieder als Jäger und Sammler leben und vollkommen abhängig sein sollen von unserer natürlichen Umwelt. Aber die Verbindung zur Natur, das Gespür für, das Eins-Sein mit unserer natürlichen Lebensgrundlage, woraus vergangene Generationen so viel Kraft geschöpft haben - man denke nur an die alten Griechen oder die Romantiker - ist uns heute in vielen Bereichen vollkommen abhanden gekommen. Wir haben vielfach das Gefühl dafür verloren, was wir unserer natürlichen Umwelt antun können und was nicht, wie weit wir gehen können und wie weit nicht, damit wir uns am Ende nicht selbst zugrunde richten.

 

In unserm tiefsten Inneren wissen wir seit langem, dass es so, wie wir derzeit in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts leben, nicht allzu lange weiter gehen kann. Wir verdrängen es häufig oder flüchten uns in Galgenhumor, aber wir wissen, dass in der ersten Hälfte des 22. Jahrhunderts - und das ist nicht mehr allzu lange hin, das werden unsere Kinder vielleicht, unsere Enkel aber ganz sicher noch erleben - die Welt, so wie wir sie kennen, kaum noch wiederzuerkennen sein wird. Und daran, ob sie dann noch annähernd so liebens- und ebenswert sein wird wie heute, darf leiser Zweifel bestehen.

 

Das gilt jedenfalls dann, wenn wir nicht zügig den Schalter umlegen und all die oben beschriebene Zerstörung zurückfahren oder besser ganz eindämmen. Wir brauchen auf diesem Planeten definitiv wieder mehr Nachhaltigkeit, mehr Um- und Weitsicht, mehr Solidarität, mehr Miteinander, mehr Rücksichtnahme, mehr Engagement, mehr Vision und positives Denken, mehr Mut und mehr Widerstand. Wir müssen endlich aus unserer Komfortzone heraus, nach draußen, verändern, überzeugen, aufklären, motivieren. Denn nur so ist eine bessere und für alle lebenswerte Zukunft möglich.

 

Das ist meine Motivation, mein Anliegen, mein Engagement. Ich möchte dazu beitragen, dass wir es schaffen, dass auch mein Sohn und meine zukünftigen Enkel so selbstbestimmt, glücklich und frei leben können, wie sie es möchten. Und ich bin überzeugt davon, dass eine intakte Umwelt der Baustein ist, auf den sich all dies stützt.

 

Nachhaltigkeit und Umweltschutz müssen endlich den Stellenwert erreichen, den sie verdienen. Sie müssen endlich zu einem integralen Bestandteil all unseres Tuns werden - denn schließlich sind wir selbst ein Teil der Natur, ein Kind dieses Planeten, das auf Gedeih und Verderb abhängig ist von Gaia, von der Mutter Erde, die uns hervorgebracht hat und mit der wir auf ewig verbunden sein werden.

 

Es gibt viel zu tun! Packen wir es also an!

 

OH

Fotos: OH (v.o. NOR/CAN/SLO/NOR/FRA)

OH 16/Nov/2018

Foto: Petra Corbet

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