Über mich


Oliver Herchen, Foto: privat

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Mein Hintergrund

Für unsere Umwelt habe ich mich schon als Kind interessiert. Allerdings nicht nur für unsere natürliche Umwelt, sondern insbesondere auch für unsere gebaute Umwelt. Das galt vor allem für Gebäude und historische Städte. Von meinem Interesse für Architektur und Bauen zeugte nicht zuletzt meine große Lego-Sammlung, mit der ich mich als Kind ausgiebig beschäftigte. Auch fertigte ich damals schon Architektur-Zeichnungen und ganze Stadtpläne an, inklusive Parks, Häfen, der Verkehrsinfrastruktur und der umgebenden Landschaft. Möglicherweise wurde mir das auch einfach ein Stück weit in die Wiege gelegt, denn schließlich  war mein Vater nicht nur handwerklich  sehr begabt, sondern auch als Bauingenier tätig.

 

So war es kein Wunder, dass ich schon früh wusste, was ich werden wollte: Architekt oder Stadtplaner. Nach dem Abitur 1994 an der Elly-Heuss-Schule in Wiesbaden (Leis-tungsfächer: Physik und Kunst) und nach  dem Zivildienst im Bereich Umweltschutz (es nannte sich nur so, in Wahrheit hatte ich dabei nicht allzu viel zu tun) machte ich zunächst eine Ausbildung zum Bauzeichner, um anschließend Bauingenieurwesen zu studieren - das war zwar nicht ganz Architektur, aber immerhin etwas sehr artverwandtes und möglicherweise - so zumindest meine damalige Überlegung - nicht ganz so "brotlos". Im Jahr 2001 durfte ich mein Diplomzeugnis in Empfang nehmen. 

Meine Motivation

Nachdem ich in meinen Beruf als Bauingenieur eingestiegen war, reizte es mich schon bald, mich noch einmal weiterzubilden - denn studieren hatte mir schließlich schon immer großen Spaß gemacht. Naheliegend war es da, "in Richtung Wirtschaft" zu gehen, denn dieser Themenkomplex sollte ja - so hörte man jedenfalls - überall von Nutzen sein.

 

Außerdem beschäftigte mich schon länger eine Frage, die meines Erachtens viel zu selten gestellt wird: Warum musste heutzutage eigentlich in der Architektur, im Städtebau immer alles so rational, so zweckorientiert sein? Warum überall nur Sichtbeton, Flachdächer und keine Spur von Ornament? Wo blieb der Sinn für Ästhetik, wo blieb der Sinn für eine schöne Umwelt?

 

Und apropos Umwelt: Da für mich die gebaute und die natürliche Umwelt nicht im Widerspruch zueinander stehen - man denke dabei nur an die Harmonie, mit der sich alte Dörfer etwa in der Toskana oder der Provence in die Landschaft einfügen oder auch an idyllische Bergdörfer in den Alpen - konnte man diese Frage auf die gesamte Umwelt ausweiten: Warum wurde immer mehr Natur zerstört, versanken die historischen Altstädte zunehmend in einem Meer aus Industriegebieten, gesichtslosen Vorstädten und Verkehrsadern, warum wurden Skipisten in die Alpen gefräst, Küsten zugebaut oder Hochspannungsleitungen über die Fel-der gezogen? Warum ging es heute überall offenbar nur um Zweckoptimierung und Wirtschaftlichkeit? Ja, warum ging es in der gesamten modernen Wirtschaft immer nur um Wachstum und Gewinnmaximierung? Ist das tatsächlich nur Selbstzweck? Gibt es heute wirklich keine anderen, "höheren" Ziele mehr?

 

Um eine Antwort darauf zu finden, entschloss ich mich, ein berufsbegleitendes Fernstudium zum Wirtschaftsingenier zu beginnen. Vielleicht fehlte mir ja einfach nur das nötige Wissen um den eigentlichen Kern des Wirtschaftens. Meine Frau Petra unterstützte mich nach Kräften, indem sie sich, wenn ich mit Lernen beschäftigt war, um unseren kleinen Sohn kümmerte.

 

Mein Studium verfolgte ich mit großem Interesse, allerdings - so stellte sich bald heraus - konnte ich auch hier keine befriedigende Antwort auf die "große" Frage finden, die mich beschäftigte. Ein höherer Sinn von Wirtschaften jenseits von Gewinnmaximierung schien schwer fassbar zu sein. Sozusagen in letzter Verzweiflung nahm ich das Thema in meiner Diplomarbeit schließlich selbst in die Hand und untersuchte es eingehender. Resultat war mein Buch „Corporate Social Responsibility - Wie Unternehmen mit ihrer ethischen Verantwortung umgehen“ (2007). Es ging darin insbesondere um die soziale und ökologische Verantwortung von Unternehmen und nicht zuletzt auch um das Thema Nachhaltigkeit.

 

Seither hat mich dieses Thema nicht mehr losgelassen. Ich habe mich immer wieder mit der Frage beschäftigt, warum wir wirtschaftliche Prosperität eigentlich meist als wichtiger erachten als die Erhaltung unserer natürlichen Lebens-grundlage, warum Unternehmensinteressen und Wirtschafts-wachstum offenbar wichtiger zu sein scheinen als Nach-haltigkeit, Klima- und Umweltschutz. Dazu trug auch das außerordentliche Interesse meines Sohnes für alles, was mit Tieren zusammenhängt, bei. Durch ihn durfte ich auf diesem Gebiet sehr viel lernen.

 

Ein "Erweckungserlebnis" für mich war gewissermaßen auch die gescheiterte Weltklimakonferenz im Jahr 2009 in Kopenhagen. Spätestens sie zeigte mir, dass irgendetwas falsch läuft in dieser Welt, dass der Mensch offenbar nicht so schonend mit seiner Lebensgrundlage umgeht, wie er das eigentlich tun sollte.

 

Ich setzte mich noch intensiver mit dieser Thematik auseinander, las Bücher, durchforstete das Internet, besorgte mir andere Quellen. Gleichzeitig gewann ich immer größeren Spaß am Schreiben. Schließlich konnte ich nach Monaten und Jahren des Recherchierens, Lernens und Schreibens im Frühjahr 2017 endlich mein neues BuchDes Menschen Erde - Inferno Anthropozän“ veröffentlichen, in dem ich ver-suchte, meine Erkenntnisse zusammenzufassen. Meine Frau war die erste, die es lesen durfte - und sie übernahm gleich auch noch das Lektorat und die Korrektur. An dieser Stelle möchte ich ihr dafür noch einmal ausdrücklich Danke sagen!

 

Wenn die Zeit es erlaubt, das Feedback weiterhin so gut ist wie bisher und ich weiter Spaß daran habe, werde ich dem Schreiben und dem Thema treu bleiben. Ideen für weitere Veröffentlichungen sind jedenfalls vorhanden. So schreibe ich zum Beispiel zu gegebenen An-lässen und in losen Abständen Artikel und Kommentare zu umweltpolitischen Themen hier auf meiner Homepage unter der Rubrik "Mein Blog".

Mein Umfeld

Hauptberuflich bin ich derweil weiterhin als Bauingenieur tätig und setze große Verkehrsinfrastrukturprojekte um. Hier durfte ich erfahren, dass heutzutage bei Baumaßnahmen die Umweltverträglichkeit, der Arten- und der Naturschutz sowie die Belange der Anwohner eine immer größere Rolle spielen - was sicher auch dazu beitrug, mein hohes Interesse für Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz zu wecken.

 

Zu Hause bin ich in der Nähe von Darmstadt, sozusagen im Grünen und doch mittendrin im Rhein-Main-Gebiet. Und da Reisen bekanntlich bildet, sind wir relativ viel und gerne unterwegs. Und wenn es dann meine Zeit neben Beruf, Fa-milie, Freunden und Schreiben noch zulässt, dann sitze ich gerne im Sattel meines Rennrads und durchradele den Odenwald, den Taunus, Rheinhessen und Umgebung.


Fotos: privat

O.H./erstellt am 10.11.2017, zuletzt überarbeitet am 06.01.2018